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Gemeinschaftsprojekt mit „ohne Gemeinschaft“

faw Paderborn

„Wir können zusammen lachen und wirklich schöne Dinge machen“, sind die Worte einer Teilnehmerin des ESF-Projektes „Stark im Beruf“. Zusammen mit sieben weiteren Teilnehmerinnen aus Syrien, Irak, Libanon, Afghanistan und Sri Lanka besucht sie für ein halbes Jahr die Maßnahme „Mia – Mütter integriert und aktiviert“ der FAW in Paderborn.

Die Frauen sind gerade dabei, gemeinsam ein Logo für eine einheitliche Alltagsmaske zu entwickeln, und haben viel Spaß dabei. „Starke Frauen sind wie Löwen“ formuliert eine andere und schon wird im Internet nach geeigneten Vorlagen für das Projekt gesucht. Die Wahl fällt auf einen feuerroten Löwenkopf mit ausladender Mähne – ein männlicher Löwe als Kennzeichen für eine Frauengruppe?  „Ja, denn die männlichen Löwen sind sehr stark und diese Stärke haben wir Frauen auch“, sind sie sich einig. Nun wird ein geeignetes Schnittmuster gesucht. Das geht schnell, denn eine erfahrene Maskennäherin sitzt unter den Teilnehmerinnen, sie hat bereits im ersten Lockdown 300 Alltagsmasken für die Caritas in Paderborn genäht.

Kreativität und Geduld sind gefragt

Man benötigt dafür einen Teller von ca. 30 cm Durchmesser, Gummiband, eine Nähmaschine mit Nähgarn und sehr viel Stoff. Woher den Stoff nehmen, ohne Geld? Den steuert die pädagogische Mitarbeiterin bei, die drei alte, ähnlich aussehende Herrenhemden mitbringt. Nähmaschine, Garn und Gummiband stellt die FAW. 

Erste Schritte bei Mia
Vier Teilnehmerinnen erproben verschiedene Schnittmuster für die Masken

Die Hemden sind aus 100% Baumwolle – wichtig, um sie heiß waschen zu können –  in den Farben Schwarz, Weiß und Weinrot. Leider nur Weinrot, aber Löwenköpfe für immerhin neun Masken können daraus geschnitten werden. Werden die Masken schwarz oder weiß? Man diskutiert und einigt sich in der Mitte – die Masken bekommen zwei verschiedene Seiten – auch deshalb, weil sonst der Stoff nicht reicht. Schnell wird mit Hilfe des Tellers die Grundform für die Maske aufgemalt und ausgeschnitten. Andere übernehmen das Aufmalen und Ausschneiden der Löwenköpfe – eine nicht ganz leichte Aufgabe, denn sie müssen ja auf die Maske passen; auf die weiße Seite sollen sie. Hier sind Geduld und handwerkliches Geschick gefragt und die hat nicht jede.

Nun geht es mit der Nähmaschine weiter: Nicht alle haben hier Erfahrung, aber die meisten probieren es aus, und so sind bald die neun Rohlinge für die Masken fertig. Wie jetzt den Löwenkopf darauf anbringen? Mit der Hand dauert es den meisten zu lange, deshalb kommt auch hier die Nähmaschine zum Einsatz. Jetzt noch die Gummibänder, und die Masken sind fertig. 

Starke Freundinnen – FAW Löwenteam!

Starke Freundinnen FAW Löwenteam
Die Teilnehmerinnen präsentieren sich durch Selfies mit Masken als Gemeinschaft

Nein leider nicht, denn jetzt kommt der zweite Lockdown und was nun? Kein gemeinsames Auftreten in der FAW, kein Gruppenfoto mit Maske, wie schade. War vorher schon immer das gemeinsame Arbeiten auf Abstand erschwert, so scheint es jetzt nicht weiterzugehen, ohne Kontakt! Doch! Beschließen die Frauen in einer online-Besprechung. Sie lassen sich je eine Maske von der FAW nach Hause schicken und vollenden sie. Eine Idee für ein gemeinsames Foto auf Abstand haben Sie auch schon. Sie schicken Fotos von sich mit Maske an die Seminarleitung und fügen sie dann in einer weiteren online-Besprechung auf einer Seite zusammen. Nun fehlt nur noch ein passender Titel: "Starke Freundinnen FAW Löwenteam!". 

Beate Wittig, FAW

Zum Projekt "Mia" am Standort Paderborn

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