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Gemeinsam verschieden – REHA-Dialog 2025

faw Hamburg

Am 26. September 2025 fand in unseren Räumen eine Fachveranstaltung im Rahmen des Reha-Dialogs statt. Unter dem Titel „Gemeinsam verschieden – Die Herausforderungen neurodiversen Denkens in der Teilhabe“ kamen Vertreterinnen und Vertreter von Kostenträgern sowie Fachkräfte aus der beruflichen Rehabilitation zusammen, um sich mit den Chancen und Herausforderungen von Neurodiversität in der Teilhabe am Arbeitsleben auseinanderzusetzen.

grobe Zeichnng zweier Gehirne, die einander ein wenig überlappen

Die REHA-Dialog wurde durch einen inspirierenden Vortrag von Anja Pieper eröffnet, die den Teilnehmenden in 90 intensiven Minuten einen fundierten Einblick in das Thema Neurodiversität gab. Sie erläuterte, wie unser Gehirn pro Sekunde rund 11 Millionen Sinneseindrücke verarbeitet und dabei ständig automatisch Abläufe prüft – ein Prozess, der bei neurodivergenten Menschen oft anders funktioniert.

Neurodiversität verstehen

Neurodiversität beschreibt die neurologische Vielfalt unter Menschen. Während etwa 80 % der Bevölkerung als neurotypisch gelten, gehören rund 20 % zu den neurodivergenten Personen. Dazu zählen Menschen mit Diagnosen oder Zuschreibungen wie Autismus (ca. 1-2 % in Deutschland), ADHS, Lese-/Rechtschreibschwäche, Tourette, Hochbegabung oder Hochsensitivität.

Ein zentrales Thema war die Erkenntnis: „Meine Wahrheit ist nicht deine Wahrheit.“ Neurodivergente Menschen erleben die Welt anders – und bewegen sich oft in einem Umfeld, das nicht für sie gemacht ist. Dies führt zu kompensatorischen Leistungen, sogenanntem Masking und einem erhöhten Energieaufwand im Alltag, wie durch die Löffeltheorie anschaulich erklärt wurde.

Praktische Impulse und Perspektivwechsel

Neben dem Vortrag gab es fachliche Impulse aus der Praxis sowie Übungen zum Perspektivwechsel, die verdeutlichten, wie unterschiedlich Wahrnehmung und Reaktion sein können. Besonders eindrucksvoll war die Darstellung sogenannter „Spiky Profiles“: neurodivergente Menschen zeigen oft außergewöhnliche Stärken in bestimmten Bereichen, während sie in anderen große Schwierigkeiten haben – etwa beim Zeitmanagement.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Neuroinklusion mehr ist als Barrierefreiheit – sie bedeutet, Arbeitsumfelder aktiv so zu gestalten, dass sie neurodivergente Menschen nicht ausschließen, sondern ihre Potenziale fördern. Wird dies nicht berücksichtigt, können Komorbiditäten wie Depressionen, Angststörungen oder soziale Phobien entstehen.

Ambulante berufliche Reha – flexibel, inklusiv, zukunftsorientiert

Im Kontext der Veranstaltung wurde auch die Bedeutung der ambulanten beruflichen Rehabilitation hervorgehoben. Sie bietet die nötige Flexibilität, um auf individuelle neurologische Profile einzugehen, und schafft inklusive Strukturen, die eine nachhaltige Teilhabe ermöglichen. Damit ist sie ein zukunftsorientiertes Instrument, um neurodivergente Menschen wirksam in Arbeit zu integrieren.

Eindrücke vom REHA-Dialog 2025

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