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Unterstützte Beschäftigung

Akademie Hanau

Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH in Offenbach arbeitet sehr eng mit der AWO Offenbach in der Qualifizierung von Menschen mit Handicap zusammen.

Mit der Unterstützten Beschäftigung gibt es seit 2009 ein von der Arbeitsagentur gefördertes Instrument, welches es für Unternehmen attraktiver macht, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Gleichzeitig erhöht die Unterstützte Beschäftigung durch ihre Hilfestellungen die Chancen von Menschen mit Handicaps auf einen betrieblichen (Nischen-)Arbeitsplatz. Im Auftrag der Agentur für Arbeit bringt die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernschwäche, körperlicher oder seelischer Beeinträchtigung mit Unternehmen zusammen, die Menschen mit Behinderung bei ihrem Start ins Berufsleben helfen möchten. 

Elmira Konrad (li.) und Oliver Strickstrock
Elmira Konrad und Oliver Strickstrock sind Teil des
Offenbacher FAW-Teams in der Unterstützten Beschäftigung

Betriebe erkennen neue Aufgabenbereiche

Die FAW arbeitet seit 1995 in Hanau und seit 1998 auch in Offenbach als Bildungs- und Personaldienstleister mit und für Menschen,  die Hilfe bei der (Wieder-)Eingliederung in eine feste Anstellung benötigen. Die Unterstützte Beschäftigung ist ein Angebot, das in § 55 SGB IX gesetzlich geregelt ist. Mit der Unterstützten Beschäftigung werden durch gezieltes Jobcoaching Unternehmen und Menschen mit Behinderungen soweit begleitet, dass daraus ein möglichst dauerhaftes Arbeitsverhältnis entsteht.

Das Besondere daran: In vielen Fällen gibt es den späteren Arbeitsplatz für die zu unterstützende Person noch gar nicht. Viel mehr wird dieser aus vielen kleineren Aufgaben im Unternehmen im Rahmen des Jobcoaching neu entwickelt. Dabei handelt es sich nicht selten um Tätigkeiten, die bisher nicht erledigt oder von Fachkräften neben ihren Hauptaufgaben erledigt wurden. Die Pädagoginnen und Pädagogen der FAW arbeiten individuell und kleinschrittig daran, mit der einzelnen Teilnehmerin oder dem einzelnen Teilnehmer direkt an ihrem oder seinem neuen Arbeitsplatz alle Aufgaben nach und nach zu erlernen und nachhaltig zu verinnerlichen.

Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben

Dabei wird immer wieder deutlich, dass die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung und das berechtigte wirtschaftliche Interesse an leistungsfähigen und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht im Widerspruch zueinander stehen. Darüber hinaus können sich mit der – zweifellos mit einigem Aufwand verbundenen – Beschäftigung von Menschen mit Handicaps weitere positive Auswirkungen in einem Unternehmen ergeben, die über den reinen Imagegewinn durch die Übernahme sozialer Verantwortung hinausgehen. Denn nicht selten wird die Mitarbeit von Menschen mit Behinderung als Bereicherung für die Unternehmenskultur empfunden.

In dem Bestreben, für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer der Unterstützen Beschäftigung passende und den Interessen, Potentialen und Vorerfahrungen der*des Einzelnen entsprechende Arbeitsplätze zu finden, bezieht das UB-Team der Fortbildungsakademie der Wirtschaft um Koordinatorin Laura Schultheis die Teilnehmenden intensiv mit ein. „Wir fördern anstatt zu überfordern,“ erläutert FAW-Seminarleiter Oliver Strickstrock das Vorgehen in der Unterstützten Beschäftigung. Er betont weiter, dass jeder Mensch ein Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben habe und mit der adäquaten Förderung seine gesamten Fertigkeiten und Fähigkeiten gewinnbringend in einem Unternehmen einbringen kann. Um dies zu erreichen, führt Oliver Strickstrock weiter aus, „schauen wir ganzheitlich auf unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, berücksichtigen also alle Lebensbereiche, wie Arbeit, Wohnen und Freizeit.“

Enge Zusammenarbeit mit der AWO Offenbach und den Betrieben der Region

„Wir arbeiten eng und gut mit der AWO in Offenbach zusammen,“ betont Elmira Konrad, ebenfalls FAW-Seminarleiterin in der Unterstützten Beschäftigung in Offenbach. „In der AWO können sich unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Hauswirtschaft und im Umgang mit unterschiedlichsten Menschen ausprobieren“ unterstreicht auch Oliver Strickstrock. Vor allem die ausführlichen Rückmeldungen zu den Praktikantinnen und Praktikanten durch Birgit Pastena und Silke Franz von der AWO seien hilfreich und fördernd. Darauf aufbauend, betont der Pädagoge, können durch die FAW Arbeitsplätze akquiriert werden, die eine nachhaltige Anstellung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer höchst wahrscheinlich machen.

In diesen Betrieben begleitet ein* Qualifizierungstrainer*in der FAW die Einarbeitung und Qualifizierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt vor Ort. So können Betriebe mit Hilfe der Unterstützten Beschäftigung zunächst ohne vertragliche Bindung und ohne finanziellen Aufwand an der Einarbeitung behinderter Mitarbeiter*innen mitwirken. Sie bekommen dabei die Zeit und Unterstützung, die für eine funktionierende und langfristige Integration in das betriebliche Umfeld notwendig ist.

Letztendlich ist es das Ziel der Unterstützten Beschäftigung in der FAW, für jede*n Teilnehmer*in ein nachhaltiges, leistungsangemessenes Arbeitsverhältnis zu schaffen, das sowohl dem Unternehmen als auch der*dem künftigen Mitarbeiter*in wirtschaftlichen Nutzen bringt.

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