Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden, Gewerkschaften und Praxis zusammen, um zentrale Fragen der Fachkräftesicherung und Qualifizierung zu diskutieren – insbesondere mit Blick auf an- und ungelernte Beschäftigte.
Das Fazit vorweg
Die Fachtagung hat eindrücklich gezeigt, dass die Förderung von Beschäftigten ein zentraler Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ist. Insbesondere die stärkere Einbindung an- und ungelernter Arbeitskräfte bietet große Chancen – sowohl für Betriebe als auch für die Beschäftigten selbst.
Eröffnung
Nach der offiziellen Begrüßung im Haus „unternehmer nrw“ und Eröffnung durch Herrn Dr. Janßen, Geschäftsführer Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft (BWNRW), und Frau Finke (Leitung Projekt ZenaB, faw) wurden die Teilnehmenden durch Moderator Fabian Duprée (Projektreferent ZenaB, faw) in die Veranstaltung begleitet. Neben organisatorischen Hinweisen zum Ablauf, zur Infrastruktur sowie zu Feedbackmöglichkeiten wurde ein erster Überblick über das Programm gegeben.
Keynote: Fachkräftesicherung neu denken
Den fachlichen Auftakt bildete die Keynote von Dr. Regina Flake (Institut der deutschen Wirtschaft, KOFA). In ihrem Vortrag „Warum kein Weg an An- und Ungelernten vorbeiführt“ machte sie deutlich, dass die Fachkräftesicherung in Deutschland ohne eine stärkere Einbindung und Qualifizierung dieser Beschäftigtengruppe nicht gelingen kann.
Dr. Flake stellte empirische Erkenntnisse zur aktuellen Fachkräftesituation vor und zeigte auf, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor großen Herausforderungen stehen. Gleichzeitig eröffnen gezielte Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen erhebliche Potenziale, die bislang vielfach ungenutzt bleiben. Ihr Fazit: Unternehmen sind gut beraten, verstärkt in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden zu investieren und neue Wege der Kompetenzförderung zu gehen.
Tischgespräch der Sozialpartner
Im anschließenden Tischgespräch diskutierten Vertreter der Sozialpartner des Projekts ZenaB die Frage: „Kompetenzen von Beschäftigten als Zukunftschance?“
Teilnehmer waren:
- Timm Helten-Hildwein (unternehmer nrw - Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen, Leitung Bereich Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik / METALL NRW - Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, Abteilungsleiter für Bildung & Qualifizierung)
- Dr. Jörg Weingarten (DGB NRW - Deutscher Gewerkschaftsbund NRW, Leitung der Abteilung Transformation)
- Christoph Lau (VGL NRW – Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW, Geschäftsführer)
Die Diskussion machte deutlich, dass Kompetenzen zunehmend zum entscheidenden Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherheit werden. Dabei wurde betont, dass Qualifizierung als gemeinsame Aufgabe von Unternehmen, Beschäftigten und institutionellen Akteuren verstanden werden muss. Unterschiedliche Perspektiven aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung führten zu einer lebendigen Debatte über Chancen, Herausforderungen und notwendige Rahmenbedingungen für erfolgreiche Weiterbildung.
Interaktiver Austausch
Für Auflockerung und Beteiligung sorgte anschließend ein Quiz, durchgeführt von den ZenaB-Projektreferenten Suzana Rieke und Markus Conradi (beide BWNRW). Neben Wissensimpulsen bot es den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
ZenaB in der Unternehmenspraxis
Ein besonderer Fokus der Tagung lag auf praktischen Erfahrungen aus dem Projekt ZenaB. In einem Interviewformat berichteten Unternehmensvertreterinnen und -vertreter aus ihrer täglichen Praxis:
- Stephanie Kleine (Pädagogische Vorständin, Lebenshilfe Detmold)
- Leif Harzer (Inhaber und Geschäftsführer, Terwiege Garten- und Landschaftsbau GmbH, Essen)
- Christoph Kusch (Inhaber und Geschäftsführer, BK Technischer Service, Mönchengladbach)
Sie gaben Einblicke in die konkrete Umsetzung von Qualifizierungsmaßnahmen, schilderten Herausforderungen und zeigten den Nutzen für ihre Organisationen auf. Deutlich wurde, dass individuelle Lösungen, praxisnahe Ansätze und eine vertrauensvolle enge Begleitung entscheidend für den Erfolg sind.
Ein ursprünglich geplanter Beitrag aus dem Johanneswerk Bielefeld konnte krankheitsbedingt nicht stattfinden. Der kurzfristige Einsatz von Frau Kleine wurde von den Veranstaltenden besonders gewürdigt.
Ausblick und Abschluss
Zum Abschluss der Veranstaltung gab Andreas Weber (Geschäftsführer, faw) einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und die weitere Arbeit im Kontext von ZenaB. Er betonte die Notwendigkeit, das Thema Qualifizierung weiterhin strategisch voranzutreiben und nachhaltige Strukturen zu schaffen.
Der abschließende Netzwerkimbiss bot den Teilnehmenden die Gelegenheit, die Diskussionen in informeller Atmosphäre fortzusetzen und neue Kontakte zu knüpfen.









