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„Sozialer Anleger“: Staatssekretär Dr. Rolf Schmachtenberg zu Besuch

faw Lübeck

Am Mittwoch, den 18. September 2024, besuchte Dr. Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (faw) in Lübeck.

Die faw setzt in Lübeck das Projekt „Sozialer Anleger“ im Rahmen des ESF Plus Programms „EhAP Plus – Eingliederung hilft gegen Ausgrenzung der am stärksten benachteiligten Personen“ um. Die faw präsentierte dem Staatssekretär darüber hinaus auch ihr Kieler Projekt „Sign up“.

Förderung EhAP Plus ProgrammProjektbesuch Dr. Rolf Schmachtenberg Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Förderer der Projekte sind die Europäische Union und die Bundesregierung.

„Das EhAP Plus Programm liegt uns besonders am Herzen, da es Menschen erreicht, die ohne Unterstützung kaum eine Chance haben, ihre Lebenssituation zu verbessern und sich in die Gesellschaft zu integrieren“, sagte Staatssekretär Schmachtenberg in Lübeck. Dabei sei der Fokus des Trägers auf junge Menschen besonders wichtig, da deren Bildung und Integration ein entscheidender Zukunftsfaktor sei.  

Mit einem Fördervolumen von rund 581.000 Euro beraten die Mitarbeitenden des Projektes in Lübeck Menschen, die wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Dabei geht es vor allem um Fragen zur Wohnungssuche, zum Umgang mit Schulden, zur Gesundheitsversorgung oder zum Umgang mit Behörden. Falls notwendig, können die beratenen Menschen auch bis zu einem Jahr begleitet werden.

„Soziale Anleger“ und „Der Hafen“

Das Projekt „Sozialer Anleger“ ist Teil der Initiative „Der Hafen“ – einem Projekt zur Förderung der Arbeitsmarktintegration, welches die faw in Kooperation mit dem Jobcenter umsetzt.

„Wir nutzen die bestehende Infrastruktur als Grundlage für unsere niedrigschwellige Beratung und Begleitung“, erläuterte der Leiter des Projektes in Lübeck, Volker Jödicke. Der „Soziale Anleger“ befindet sich zentral in der Lübecker Innenstadt und ist Anlaufstelle für junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, die Unterstützung in verschiedenen Lebensbereichen brauchen. In den Räumlichkeiten des Projekts gibt es niederschwellige Angebote und Aktionen in entspannter Atmosphäre, wie kostenfreie Snacks, Freizeitangebote, Waschgelegenheiten oder Ecken zum Chillen. „Das Beiboot“, ein Beratungsbus, fährt zusätzlich durch Lübeck und bietet Unterstützung direkt vor Ort an.

Die gute Vernetzung des Projektträgers in Lübeck ist ein großes Plus. Die Kooperation mit der Stadt, dem Jobcenter und Vermieter*innen erweise sich als besonders attraktiv, erläuterte der Träger. So wird aktuell beispielsweise mit städtischen Wohnungsgenossenschaften ein Frühwarnsystem für drohende Wohnungslosigkeit sowie das Projekt „Wohn-Lern-Raum“ etabliert. Jugendliche bekommen ein Wohn-Lern-Raum-Zertifikat. Die städtischen Genossenschaften halten dafür entsprechenden Wohnraum vor. Ergänzend unterstützt das Projekt mit sensibilisierenden Schulungen.

Projekt „Sign up“ in Kiel

Mit dem Projekt „Sign up“ engagiert sich der Projektträger faw zudem im 70 km entfernten Kiel. „Sign up“ legt den Fokus insbesondere auf neu zugewanderte Unionsbürgerinnen und -bürger und deren Kinder. Ziel ist es, Teilhabe zu ermöglichen, bei der Überwindung von Zugangsbarrieren zu unterstützen und die (Kinder-) Armut in dieser Bevölkerungsgruppe zu verringern. Darüber hinaus verfolgt die faw das Ziel, die Gesellschaft für die Bedürfnisse der Zielgruppe zu sensibilisieren und eine Peer-to-Peer-Beratung zu ermöglichen. Das Fördervolumen in Kiel beträgt rund 825.000 Euro.

Zum Teil leben diese neu zugewanderten Menschen isoliert in katastrophalen Wohnsituationen und verfügen über unzureichende Sprachkenntnisse. Daher sei eine möglichst muttersprachliche Ansprache und ein langfristiger Aufbau von Vertrauen hier besonders wichtig, erläutert Restam Ossi, Projektleiter in Kiel. Und er ergänzt: „Die Möglichkeit einer längerfristigen Begleitung ist dabei essenziell für unsere Arbeit“.

Die Projekte „Der Anleger“ und „Sign up“ haben Anfang Oktober 2022 ihre Arbeit aufgenommen und werden für eine Laufzeit von vier Jahren gefördert.

„Kümmern Sie sich schon jetzt um die Frage, wie Ihre Arbeit in die örtlichen Strukturen integriert und dort weitergeführt werden kann“, appellierte Staatssekretär Schmachtenberg bei seinem Besuch an die Projektverantwortlichen. Denn ESF-Plus-Programme, die anteilig auch aus Bundesmitteln finanziert werden, können wie eine Initialzündung wirken, Lösungsmöglichkeiten aufzeigen und auch vorhandene Ansätze stärken.

Das ESF Plus Programm EhAP Plus

Im Rahmen des „EhAP Plus“ werden bundesweit 74 Projekte unterstützt. Sie sollen die Lebenssituation und die soziale Eingliederung von besonders benachteiligten neu zugewanderten Unionsbürger*innen und deren Kindern unter 18 Jahren sowie von Wohnungslosen oder von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen und deren Kindern unter 18 Jahren verbessern und eine soziale Inklusion ermöglichen. Das gesamte Fördervolumen beträgt rund 212 Mio. Euro, wobei der Anteil der EU-Mittel 90 Prozent beträgt.

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