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Vom Bau zur Alltagsbegleitung – Eine Erfolgsgeschichte

faw Dresden

Ein Teilnehmer berichtet: „Nach einem Bandscheibenvorfall schien meine berufliche Zukunft vorbei zu sein. Doch mit der Unterstützung der faw entdeckte ich neue Stärken und fand in der Alltagsbegleitung eine Aufgabe, die mich jeden Tag mit Sinn erfüllt.“

Ich habe viele Jahre als Maurer gearbeitet. Der Bau war mein Leben – körperliche Arbeit, Teamgeist, klare Abläufe. Doch nach einem schweren Bandscheibenvorfall und anhaltenden körperlichen Einschränkungen wurde mir klar, dass ich nicht mehr in meinen alten Beruf zurückkehren kann. 

Diese Erkenntnis hat mich hart getroffen. Ich fühlte mich orientierungslos und fragte mich, wie meine berufliche Zukunft aussehen könnte.

 

Beispielfoto: Eine Hand hält einen Kompass. Die Nadel zeigt nach Norden, symbolisch für „nach vorn" bzw. Fortschritt.

In der KPR (Kompetenzprofiling Reha) und der individuellen beruflichen Teilhabe von Rehabilitand*innen am Arbeitsleben (ITA) begann ich langsam zu verstehen, dass mein Wert nicht an körperliche Stärke gebunden ist. Ich erinnere mich an einen Satz meiner Seminarleitung, der mich tief berührt hat: „Sie haben mehr Fähigkeiten, als Sie selbst sehen.“ 

Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte ich wieder ein kleines Licht in mir. In der KPR schauten wir gemeinsam auf meine Stärken – und plötzlich erkannte ich mich selbst wieder:

  • Ich kann gut zuhören.
  • Ich bleibe ruhig, auch wenn andere nervös werden.
  • Ich packe an, wo Hilfe gebraucht wird.
  • Ich habe ein großes Herz für Menschen, die Unterstützung brauchen.

Und dann fiel mir ein, wie selbstverständlich ich meinem älteren Nachbarn helfe – Einkäufe, Gespräche, kleine Reparaturen. Etwas, das ich nie als „Fähigkeit“ gesehen hatte, wurde plötzlich zu einem möglichen neuen Weg. 

Ich wagte ein Praktikum in der Alltagsbegleitung. Ich war nervös – würde ich dort bestehen? Würde ich mich fehl am Platz fühlen? Doch schon am ersten Tag passierte etwas, das ich nie vergessen werde: Eine ältere Dame nahm meine Hand, sah mich an und sagte: „Ich bin froh, dass Sie heute da sind.“  Dieser Satz traf mich mitten ins Herz. Ich merkte, dass ich gebraucht werde – nicht wegen meiner Muskeln, sondern wegen meiner Menschlichkeit.

Mit jedem Tag wuchs mein Selbstvertrauen:

  • Ich brachte Ruhe in Situationen, die andere überforderten.
  • Ich schenkte Zeit, Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr.
  • Ich spürte, wie viel Sinn es macht, für andere da zu sein.

Zum ersten Mal seit langer Zeit ging ich wieder mit einem Lächeln nach Hause. Heute bin ich überzeugt davon, dass ich den Rest meines Arbeitslebens im Bereich der Alltagsbegleitung verbringen möchte und werde.

Mein persönliches Fazit: Ich habe meinen alten Beruf verloren – aber ich habe mich selbst wiedergefunden, mit der Unterstützung der faw.

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