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Beispielbild: Person schneidet an einer Jeans. Auf dem Tisch außerdem Fadenrollen, Maßband u. weitere Nähutensilien sowie Laptop.

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Eberswalder Nachhaltige Nähwerke

Die Eberswalder Nachhaltigen Nähwerke (ENN) sind ein inspirierendes Modellprojekt, das Menschen in herausfordernden Lebenssituationen neue Perspektiven eröffnet und einen verbesserten Zugang zu Beschäftigung ermöglicht – durch Kreativität, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit. Im Rahmen eines durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) und das Land Brandenburg geförderten Vorhabens erhalten Langzeitarbeitslose die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln und ihre gestalterischen Fähigkeiten zu entdecken: durch Upcycling von Textilien.

Was unsere Nähwerke besonders macht

Foto: Eine Frau nimmt an einer Online-Schulung teil und schaut sich einen Nähkurs auf einem Laptop an.Dieses Projekt ist kein klassisches Qualifizierungsangebot. Es ist eine sozial‑innovative Erprobung, die zeigt, wie Menschen über kreative Arbeit wieder Stabilität, Selbstvertrauen und berufliche Perspektiven entwickeln können. Ein zentraler innovativer Aspekt des Projekts ist die Interdisziplinarität, d.h. die Kombination von Wissen und Techniken aus verschiedenen Disziplinen, hier explizit des Erlernens von handwerklichen Fähigkeiten im Bereich Upcycling aussortierter, gut erhaltener Kleidung zu Unikaten und des Erlernens von digitalen Kompetenzen im Bereich Social-Media-Marketing und E-Commerce. Auch die Bereiche der Logistik, der Sortierung sowie des Verkaufs in einem Laden und des Eventmanagements werden im Rahmen des Schulungsprojekts mitabgedeckt.

Unsere Ziele

Wir kombinieren dazu:

Diese Verbindung ist neu, einzigartig und wird im Rahmen der Richtlinie „Soziale Innovationen im Land Brandenburg“ gezielt erprobt.

Unsere Zielgruppe

Das Projekt richtet sich an Menschen aus Eberswalde und Umgebung, die seit über einem Jahr ohne Beschäftigung sind und sich für Mode, Vermarktung von Mode und das Thema Nachhaltigkeit interessieren. Wir bieten ihnen eine sinnstiftende Tätigkeit, neue Lernmöglichkeiten und die Chance, wieder aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Durchführung des Projektes

faw Hennigsdorf – Außenstelle Eberswalde

Heegermühler Straße 64 in 16225 Eberwalde

Dienstag bis Donnerstag: 9:00 bis 14:00 Uhr

Montag und Freitag optional

Unsere Social-Media-Kanäle

Facebook: https://www.facebook.com/ENN.Eberswalde 

Instagram: https://www.instagram.com/enn_eberswalde/

kleinanzeigen: ENN Projekt Eberswalde

Rufen Sie uns an!

Sonja Cordes

Telefon: 03334 27987-48
E-Mail: enn-eberswalde@faw.de

Annett Ziethen

Telefon: 03334 27987-34
E-Mail: enn-eberswalde@faw.de

Wie ein Modellprojekt Menschen, Partner*innen und Region verbindet

Unser Partner – gemeinsam für soziale Teilhabe in Eberswalde

Die Eberswalder Nachhaltigen Nähwerke leben von einem starken Netzwerk in Eberswalde und der Region. Gemeinsam mit unseren Partnern schaffen wir neue Perspektiven für unsere Teilnehmenden und machen nachhaltige Kreislaufwirtschaft sichtbar.

Das Jobcenter Barnim begleitet unser Projekt eng und verlässlich. Durch die enge Abstimmung sorgt es dafür, dass Menschen, die lange ohne Arbeit waren, gezielt den Weg zu uns finden. Die Fallmanager*innen weisen uns Teilnehmende zu, für die die kreative und praktische Struktur der Nähwerke gut passt. Gleichzeitig bleiben wir im Gespräch über mögliche nächste Schritte, damit das Projekt auch künftig Menschen in Eberswalde erreichen kann.

Die Stadt Eberswalde, insbesondere das Amt für Tourismus, unterstützt uns bei der Produktentwicklung für das Stadtmarketing und schafft Sichtbarkeit für unsere Upcycling‑Arbeiten im Stadtbild. Diese Zusammenarbeit stärkt die lokale Verankerung und die nachhaltige Ausrichtung des Projekts.

Der Landkreis Barnim unterstützt uns über die Integrationsbeauftragte, die unser Projekt regelmäßig bewirbt und uns Zugang zu Zielgruppen ermöglicht, die sonst schwer erreichbar sind. Dadurch wird soziale Teilhabe gestärkt und Aktivierung erleichtert.

Schmatzkammer e. V. ist ein kreativer Partner, der uns seine Siebdruckwerkstatt zur Verfügung stellt und gemeinsame Workshops ermöglicht. Hier entstehen Begegnung, kreative Produktion und nachhaltige Materialverarbeitung.

Die Barnimer Dienstleistungsgesellschaft (BDG) bietet durch Betriebsbesuche und Praktikumsplätze Einblicke in die regionale Kreislaufwirtschaft. Sie ist ein wichtiger Partner für Kreislaufwirtschaft und praktische Erprobung im Arbeitsalltag.

Das Sozialkaufhaus Eberswalde Speicher eröffnet Teilnehmenden praktische Einsatzmöglichkeiten im Handel und Vertrieb gebrauchter Kleidung und anderer Gebrauchsgegenstände. Gleichzeitig ist es ein sozialer Treffpunkt, der Teilhabe und Alltagserfahrungen ermöglicht.

Der Tauschring von Solis e. V. ist ein Ort, an dem unsere Produkte sichtbar werden. Hier können Teilnehmende erleben, wie ihre Arbeit im Stadtteil wahrgenommen wird.

Brot & Hoffnung bietet mit der Kleiderkammer und seiner eigenen Nähwerkstatt einen ähnlichen Begegnungsraum wie wir. Die Zusammenarbeit schafft nachhaltige Stabilisierung und stärkt die soziale Teilhabe über unser Projekt hinaus.

The Red Tent Company ermöglicht Betriebsbesichtigungen, stellt Materialreste zur Verfügung und bietet Praktikumsplätze an. Gemeinsame Produktideen verbinden nachhaltige Produktion und berufliche Perspektiven. 

Die Lafim‑Diakonie eröffnet unseren Teilnehmenden praktische Einblicke in Seniorenpflege, Hauswirtschaft und Küche und stellt dafür passende Praktikumsstellen bereit. Gleichzeitig bleiben wir im Austausch über kleine textile Reparaturen und die Möglichkeit, künftig Produkte für die diakonischen Einrichtungen zu nähen. So entsteht eine Zusammenarbeit, die gezielte berufliche Perspektiven schafft. 

Das Bürgerzentrum Eberswalde unterstützt uns durch die Vermittlung interessierter Frauen und die Einladung ins Frauencafé. Dadurch erreichen wir Menschen, die sonst schwer Zugang zu Bildungsangeboten finden.

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) ist ein wichtiger Partner für wissenschaftliche Begleitung und Transfer. Studierende werden im Rahmen von Service Learning und Mikroprojekten bei uns mitarbeiten, wodurch Praxis und Wissenschaft verbunden werden.

Die Wirtschaftsförderung Land Brandenburg (WFBB) begleitet uns beratend und unterstützt die arbeitsmarktpolitische Ausrichtung sowie die Transferfähigkeit des Projekts.

Die interne Projektförderung der faw sorgt für Qualitätssicherung und fachliche Weiterentwicklung. Sie stärkt die Struktur und Zukunftsfähigkeit des Modellprojekts.

Gemeinsam mit diesen Partnern entsteht ein Netzwerk, das Kreativität, Nachhaltigkeit und soziale Teilhabe verbindet – und den Eberswalder Nachhaltigen Nähwerken ihre besondere Wirkung verleiht.

Nachhaltige Nähwerke mit Wirkung

Willkommen bei den Eberswalder Nachhaltigen Nähwerken – einem Ort, an dem aus gebrauchten Textilien kreative Unikate entstehen: Kleidung, Taschen, Accessoires und vieles mehr. Jede Arbeit erzählt eine Geschichte und spiegelt die Persönlichkeit der Gestalter*innen wider.

Die Teilnehmenden:

  • entdecken ihre gestalterischen Fähigkeiten
  • erleben Erfolgserlebnisse
  • gewinnen Selbstvertrauen
  • entwickeln Tagesstruktur und Zuverlässigkeit
  • lernen digitale und handwerkliche Fertigkeiten
  • werden aktiv in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zurückgeführt

Die entstandenen Werke werden zukünftig bei unseren regionalen Partnern und in einem Online‑Shop präsentiert – als sichtbare Wertschätzung der kreativen Leistungen.

Was sich bei unseren Teilnehmenden schon verändert hat: Fähigkeiten und Wissen

 Die Teilnehmenden haben Folgendes gelernt:

  • Nähen, Upcycling, Reparaturtechniken
  • Den Umgang mit der Nähmaschine
  • Mathematische Grundlagen (Radius, Umfang, Schnittkonstruktion)
  • Digitale Kompetenzen (Apps, Fotografie, Online‑Darstellung)
  • Deutsche Sprache (Wortschatz, Kommunikation, Fachbegriffe)
  • Bewerbungswissen (Anschreiben, Gespräche, Unterlagen)
  • Teamarbeit, Gruppenprozesse, gemeinsame Planung
  • Wirkweisen einer nachhaltigen Textilwirtschaft (Sortieren, Wiederverwertung, Materialkunde)

Was sich bei unseren Teilnehmenden schon verändert hat: Verhalten und Handeln 

Die Teilnehmenden zeigen im Projekt:

  • Pünktlichkeit, Verlässlichkeit
  • Selbstständige Kommunikation (Termine, Fehlzeiten)
  • Mut, neue Aufgaben auszuprobieren
  • Abbau von Ängsten (Maschine, digitale Tools, Gruppenarbeit)
  • Aktive Mitarbeit in Teams
  • Übernahme von Verantwortung
  • Initiative (eigene Kleidung mitbringen, eigene Projekte starten)
  • Soziale Öffnung (Kontaktaufnahme, Integration in die Gruppe)

Was sich bei unseren Teilnehmenden schon verändert hat: Lebenslage 

Die Maßnahme bewirkt:

  • Berufliche Integration (erste Vermittlungserfolge und Teilnahme an praktischen Erprobungen in regionalen Wirtschafts- und Sozialpartnern sind bereits jetzt zu verzeichnen)
  • Aufbau von Selbstvertrauen
  • Soziale Teilhabe
  • Struktur im Alltag
  • Stabilisierung psychischer Belastungen
  • Reduktion von Isolation
  • Neue Perspektiven (z. B. Ideen für eine eigene Änderungsschneiderei)
  • Nachhaltige Freizeitgestaltung (Nähen, Handarbeit)
  • Zugehörigkeit zu einer Gruppe
  • Stärkung der Selbstwirksamkeit
Unser Beitrag für Brandenburg

Zielgruppen-Insights

Wir haben bereits jetzt intensive Einsicht in die Lebenslagen von Langzeitarbeitslosen erhalten:

  • Welche Problemlagen tauchen konkret auf?
  • Welche Unterstützungsformen funktionieren?
  • Welche nicht?
  • Welche Kompetenzen können realistisch aufgebaut werden?
  • Welche Zeiträume sind realistisch?
  • Welche Barrieren blockieren die Teilnehmenden am meisten?

Wirksame Aktivierungslogiken

Wir haben herausgefunden:

  • Was Menschen trotz Problemlagen motiviert.
  • Welche kreativen Workshop‑Elemente funktionieren, welche nicht.
  • Welche Struktur den Teilnehmenden Sicherheit gibt und Verbindung schafft.
  • Wie man Menschen mit wenig Tagesstruktur stabilisiert und aktiviert.

Ein niedrigschwelliger Kompetenzaufbau

Auch wenn nicht alle „arbeitsmarktfähig“ werden, entwickeln unsere Teilnehmenden:

  • Feinmotorik‑Training
  • Konzentrationsaufbau
  • Durchhaltevermögen
  • Teamfähigkeit
  • Tagesstruktur
  • Erfolgserlebnisse
  • Selbstwirksamkeit

Das sind arbeitsmarktrelevante Basiskompetenzen, die zukunftsrelevant und aktivierend sind.

Transferworkshop – öffentliche Vorstellung der Ergebnisse

Als Modellprojekt entwickeln wir Wege, die auch andere Träger nutzen können, z. B.:

  • ein Workshop-Set „Niedrigschwellige Aktivierung für den Arbeitsmarkt durch gemeinsame kreative Arbeit“
  • einen Transferbericht „Was Menschen mit multiplen Problemlagen wirklich brauchen“
  • eine digitale Handreichung für Nachnutzende zur „Verknüpfung bestehender wirtschaftlicher und sozialer Ressourcen in ihrem lokalen und regionalen Umfeld“

Diese oder ähnliche Produkte werden im Rahmen unserer Transferveranstaltung im 2. Quartal – voraussichtlich im Juni 2027 – öffentlich vorgestellt.

Der genaue Termin und Ort werden noch bekannt gegeben.

Auf unserer Transferveranstaltung präsentieren wir folgende Tracks:

  • Ergebnisse und Erkenntnisse
  • Produkte und Kollektion
  • Methoden und Tools
  • Möglichkeiten der Übertragung in andere Regionen

Unsere Teilnehmer*innen im Portrait

Herr K. – vom Schneider zum Neustart

Herr K. war schon Schneider in seinem Heimatland und kam mit handwerklichem Talent, aber großen sprachlichen Hürden ins Projekt. Im Laufe der Monate entwickelte er:

  • deutlich bessere Deutschkenntnisse
  • mehr Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein
  • digitale Kompetenzen
  • ein neues berufliches Selbstvertrauen
  • ansprechende Bewerbungsunterlagen
  • den Mut, sich auch bei sprachlich herausfordernden Jobs zu bewerben.

Er fertigte inspirierende Upcycling‑Produkte, unterstützte andere Teilnehmende, erstellte mithilfe unserer Coaches ansprechende Bewerbungsunterlagen und konnte so letztlich erfolgreich in eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle im Krankentransport vermittelt werden. 

„Ich habe wieder Vertrauen in mich und freue mich auf die Arbeit beim Krankentransport. Endlich kann ich arbeiten, ich kann etwas schaffen.“ Herr K.

Frau E. – von Unsicherheit zu Selbstvertrauen

Frau E. startete mit sehr geringen Deutschkenntnissen und viel Unsicherheit. Im Projekt entwickelte sie:

  • einen erweiterten Wortschatz
  • Mut, Fragen zu stellen
  • Sicherheit im Umgang mit der Nähmaschine
  • soziale Kontakte
  • ein gestärktes Selbstbewusstsein

Sie fertigte zwölf Upcycling‑Produkte, strickte Schals und Socken für andere und nähte am Ende sogar ein T‑Shirt für ihren Enkel.

„Ich habe gelernt, dass ich Dinge schaffen kann, die ich mir früher nicht zugetraut habe.“ Frau E.

Frau K. – von Rückzug zu Teamfähigkeit

Frau K. kam mit Ängsten, gesundheitlichen Belastungen und dem Gefühl, kein Teamplayer zu sein. Im Projekt entwickelte sie:

  • Struktur und Zuverlässigkeit
  • Mut, sich einzubringen
  • Teamfähigkeit
  • handwerkliche Präzision
  • kreative Ideen
  • soziale Öffnung (Integration in die Gruppe)

Sie fertigte zehn Upcycling‑Produkte, arbeitete an Gruppenprojekten wie Wimpelketten und Schlüsselanhängern mit und kaufte sich am Ende eine eigene Nähmaschine.

„Ich fühle mich wieder wohl unter Menschen. Ich bin stolz auf das, was ich gemacht habe.“ Fr. K.

Aktuelles aus dem Projekt

Förderung

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