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„Ein Kuppelofen entsteht“ – Neues Mikroprojekt in Köthen

Akademie Dessau

Im Rahmen des Modellprogramms „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ haben jugendliche Teilnehmer*innen der FAW Dessau in Köthen einen Kuppelofen für den Jugendclub „Popcorn“ geplant und gebaut.

Das Modellprogramm JUGEND STÄRKEN im Quartier wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie die Europäischen Union gefördert. Zu den geförderten Regionen gehört unter anderem der Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Das Jugendamt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld ist die koordinierende Stelle von „Gemeinsam für Anhalt-Bitterfeld“ im Rahmen des Programmes „Jugend stärken im Quartier“.

Zielgruppe sind junge Menschen im Alter von 12 bis einschließlich 26 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund, die von den Angeboten der allgemeinen und beruflichen Bildung, Grundsicherung für Arbeitssuchende und/oder Arbeitsförderung nicht mehr erreicht werden.

Nicht alle starten ihre schulische oder berufliche Ausbildung unter gleichen Voraussetzungen. Aufgrund problematischer sozialer oder persönlicher Lebenssituationen – wie gesundheitsbedingter Hemmnisse, ein wenig unterstützendes familiäres Umfeld oder Fluchterfahrungen – ist eine spezifische sozialpädagogische Unterstützung im Rahmen der Jugendhilfe notwendig, um den Übergang von der Schule zum Beruf zu meistern.

JUGEND STÄRKEN im Quartier“ unterstützt 162 Modellkommunen (örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe) dabei, junge Menschen auf die (Wieder-)Aufnahme von schulischer oder beruflicher Bildung, berufsvorbereitenden Maßnahmen oder Arbeit vorzubereiten (§ 13 SGB VIII, Jugendsozialarbeit). Die Hilfsangebote für die jungen Menschen sollen sozialräumlich eingebettet werden und einen konkreten Mehrwert für benachteiligte Gebiete (Quartiere) schaffen. Dazu sollen effektive und effiziente Strukturen der Zusammenarbeit zwischen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe, freien Trägern im Bereich Jugendsozialarbeit, Agenturen für Arbeit, Schulen, Quartiersmanagement und weiteren Partnern geschaffen werden. Gemeinsames Ziel ist die Stärkung der Jugendsozialarbeit vor Ort. Jede Modellkommune entwickelt und erprobt Projekte im Bereich Jugendsozialarbeit, die auf die Angebote, Bedarfe und Zielgruppen vor Ort zugeschnitten sind.
Dafür stehen vier methodische Bausteine zur Verfügung:

  • Case-Management (intensive sozialpädagogische Einzelfallarbeit)
  • Aufsuchende Jugendsozialarbeit (z. B. Streetwork oder Mobile Beratung)
  • Niedrigschwellige Beratung/Clearing (z.B. Anlaufstellen mit Lotsenfunktion, in denen Jugendliche eine „Erstberatung“ erhalten)
  • Mikroprojekte mit Mehrwert für das Quartier und dessen Bewohnerinnen und Bewohner Organisation eines Stadtteilfests, Errichtung von Möbeln, Bauten für den öffentlichen Raum u. a.

Koordiniert durch und unterstützt vom öffentlichen Träger der Jugendhilfe setzt die Akademie Dessau der FAW gGmbH in ihren Außenstellen Köthen und Zerbst das Programm für den Landkreis Anhalt-Bitterfeld um.

Vertrauen aufbauen und Erfolge erleben

Die Arbeit im Mikroprojekt verfolgt für die jugendlichen Teilnehmer*innen zwei Aspekte/Strategien.

  • Jugendliche, die sich aus den unterschiedlichsten individuellen Gründen/Zwängen zunächst einer sozialpädagogischen Einzelfallarbeit noch nicht öffnen, sollen in künstlerischer oder handwerklicher Arbeit Vertrauen für eine weitere erfolgreiche, möglichst planmäßige Zusammenarbeit aufbauen.
  • Andererseits sollen Jugendliche, die erkennen lassen, dass sie im Team arbeiten können und wollen, die Möglichkeit erhalten, an konkreten, anspruchsvolleren Aufgaben wachsen zu können; sich ihrer individuellen Fähigkeiten sicherer werden – sie sollen Erfolge erleben.

Derart selbst erworbene Erfolgserlebnisse sollen/können/werden für viele von ihnen die Einstellung zur Schul- oder Berufsausbildung nachhaltig positiv beeinflussen.
Auch die Chancen zur Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses werden dadurch verbessert.

Bau eines Modells hilfreich für Bauplanung und Bauablauf

Für die vergangenen 18 Monate hatten sich die Dargestellt ist der selbstgebaute Kuppelofen für den Außenbereich des Köthener Jugendclubs „Popcorn“, in dem ein Feuer brennt.jugendlichen Teilnehmer*innen in Köthen entschlossen, einen „Kuppelofen“ zu bauen.
Als Stellplatz war schnell die Garten-, Sport- und Freizeitanlage des Jugendclubs „Popcorn“ gefunden. Im Club konnten sie es kaum abwarten, dass endlich „der Schornstein raucht“. Vorher musste aber im Mikroprojekt noch geplant werden: die Bauart nach vielen Vergleichen ausgesucht, die Materialmengen berechnet, Materialkosten kalkuliert werden. Hilfreich für die Bauplanung und den Bauablauf war auch der Bau eines Modells aus originalem Material im Maßstab 1:10.

Die letzten Monate waren für den Bau geplant. Für die einzelnen Bau-Etappen/Abschnitte hatten wir gemeinsam ermittelt und festgelegt, wer mit seinen Begabungen und Fähigkeiten am besten jeweils zum Erfolg beitragen kann. Und so ging es los. Fundament ausschachten … Rahmen für die Grundplatte zimmern … Schotter als Frostschutz einbringen und verdichten  … Bewehrung und Beton in die Form bringen … Mauer für Holzlager mit Türbogen mauern … Stürze für Arbeitsplatte darauf befestigen … Schablone für Backraum zimmern … mithilfe der Schablone und Schamottsteinen den Backraum mauern und verputzen … die Ofentür befestigen … Dämmmaterial über dem Backraum befestigen … wasserdichten Außenputz auftragen … alles hübsch glatt putzen …

Kuppelofen ist ein Gewinn für das Quartier

Jede und jeder konnte sich immer wieder freuen, wie sie oder er zum erfolgreichen Abschluss eines Bauabschnitts beigetragen hatte: messen, sägen, mauern, Draht „knippern“, putzen …
Nach dem ersten erfolgreichen Probebacken ist klar: Lecker Flammkuchen, Pizza und Brot wird´s geben im Jugendclub „Popcorn“.
Alle Beteiligten – unsere jugendlichen Teilnehmer*innen, fachlicher Anleiter und Ausbilder – sind sich einig: Dieser Erfolg, vor den „die Götter viel Schweiß gesetzt hatten“, macht wirklich Lust auf neue Aufgaben! Der Kuppelofen ist ein Gewinn für das Quartier.

Was aber ist der Gewinn für die am Projekt beteiligten 20 Jugendlichen? Was sind Lernerfolge und worin besteht der Erfahrungsgewinn?

In der Gruppe haben alle gemeinsam, jeder nach seinen Möglichkeiten, sich an der Aufgabe beteiligt und seine Ideen einbringen können. Im Team konnten die Jugendlichen mit ihren Kenntnissen, Begabungen und individuellen Stärken jeweils Aufgaben im Komplex übernehmen und sich absprechen.
Dem Modellbau ging das Zeichnen (auch am PC) voraus. Ideen waren gefragt, wie für die Umsetzung der Aufgabe ein Modell zu bauen sei, das als Grundlage für die Materialkalkulation (Mengenberechnung), für die zu planenden Bauabschnitte sowie für den Nachweis der Machbarkeit der Bauausführung dienen konnte. Dann ging es an die konkrete Bauplanung.

Eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten hautnah erfahren

Die Etappen/Arbeitsschritte wurden konkretisiert und ein Plan für die Bestellung/Beschaffung des jeweils benötigten Materials und der Werkzeuge und Maschinen aufgestellt (Logistik).
In der Bauausführung setzten sich die Teilnehmer*innen mit ganz praktischen Herausforderungen auseinander. Sie lernten, verschiedene Aspekte kennen, die beim Verarbeiten von Zement und Mörtel zu berücksichtigen sind: richtige Viskosität der Mischungen, Einhaltung der Verarbeitungszeit, Mauerwerk, Ziegelverbund, Ecken mauern, Zeiten für das Abbinden usw. Sie setzten sich auch mit äußeren Einflussfaktoren (z. B. wechselhaftes Wetter) auseinander, auf die sie sich während der Bauphase einstellen mussten. Hauptsächlich aber war die Arbeit am Bau die Etappe, in der eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten hautnah erfahren werden konnten.

Wie belastbar bin ich in der ungewohnten Tätigkeit? Unter Anleitung mauere ich ein Bauwerk, das Tage später fest und belastbar ist. Dem Zimmern vergleichbares Herstellen von Schablonen für den Bau des Brenn- und Backraumes. Wärmedämmung wird aufgebracht (Isolieren), damit die Temperatur im Ofen lange anhält. Und in allen Abschnitten der Umgang mit den spezifischen Werkzeugen und Geräten. Nach erfolgreichem Funktionstest gehen die Teilnehmenden mit vielen neuen Erfahrungen und einem neuen gestärkten Selbstbewusstsein an neue Projekte heran.

 

Eine fotografische Dokumentation von der Entstehung des Kuppelofens finden Sie hier zum Download (PDF, 1,7 MB).

 

Logo Europäischer Sozialfonds für DeutschlandLogo Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendLogo Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat Logo Europäische UnionLogo ESF Zusammen Zukunft Gestalten
Logo Jugend Stärken im QuartierLogo Wappen Landkreis Anhalt Bitterfeld

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