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Akademie Hanau

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FAW gGmbH
Akademie Hanau

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Seminarteilnehmerin und FAW-Mitarbeiterin Daniela Alderete bei der Präsentation einer virtuellen Kunstaustellung.

Seminarteilnehmerin und FAW-Mitarbeiterin Daniela Alderete bei der Präsentation einer virtuellen Kunstaustellung.

Dr. Valentina Tesky-Ibeli, Diplom Psychologin, und Arthur Schall, Dipl.-Psych. Arthur Schall, M.A.

Dr. Valentina Tesky-Ibeli, Diplom Psychologin, und Arthur Schall, Dipl.-Psych. Arthur Schall, M.A.

Arthur Schall wertet die virtuellen Kunstausstellungen aus.

Arthur Schall wertet die virtuellen Kunstausstellungen aus.

18.08.2016

"Stärken fördern, Potenziale entdecken" – Psychologen der Goethe-Universität Frankfurt a. M. bilden Betreuungskräfte der FAW weiter

Die Zahl der an dementiellen Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz Leidenden steigt stetig. Jeder, der einen Angehörigen mit einer solchen Erkrankung zuhause pflegt, weiß, dass dieses Krankheitsbild ganz unterschiedliche Unterstützungs- und Betreuungsbedarfe zur Bewältigung des täglichen Lebens erzeugt.

Aber nicht nur zuhause brauchen Menschen mit einer Krankheit aus der großen Familie der Demenzerkrankungen Hilfe, sondern auch in Alteneinrichtungen lebende Betroffene. Daher werden in Deutschland seit nunmehr acht Jahren Betreuungskräfte ausgebildet, die sich stationär oder ambulant um dementiell veränderte Menschen kümmern.

Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH in Hanau hat inzwischen über 350 Fachkräfte ausgebildet und sorgt gleichzeitig dafür, dass jährlich eine Auffrischung und Erweiterung des Wissens der Betreuungskräfte gewährleistet wird.

In dem zweitägigen Seminar zum Thema "Stärken fördern, Potenziale entdecken", durchgeführt von Psychologinnen und Psychologen des Arbeitsbereiches Altersmedizin am Institut für Allgemeinmedizin der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, wurde deutlich, dass kreativtherapeutische Angebote das Wohlbefinden dementiell veränderter Menschen erhöhen können und damit auch den Pflegenden und Betreuenden die Arbeit erleichtern.

Kommunikation und kreativer Umgang mit Menschen mit Demenz

Die Psychologen Anne Messemaker und Arthur Schall führten die Teilnehmerinnen in das an der Frankfurter Universität entwickelte und inzwischen weit verbreitete Trainingskonzept TANDEM ein, das besonders auf die Stärken und die Potenziale der dementiell veränderten Menschen eingeht.

Auf psychosoziale und kreativtherapeutische Ansätze bei Demenz legten Dr. Valentina Tesky-Ibeli und Arthur Schall den Fokus am zweiten Tag der Weiterbildung. In einer interaktiven und multimedialen Unterrichtseinheit wurde deutlich, wie noch vorhandene kommunikative Ressourcen durch den Einsatz von Musik gefördert werden können. "Nicht nur Musik hören oder sich musikalisch betätigen erhöht das Wohlbefinden von dementiell Erkrankten", betont Arthur Schall, "gesungene Informationen bleiben auch länger hängen!"

Dr. Valentina Teski-Ibeli führte daraufhin in ein derzeit in der Auswertungsphase begriffenes Projekt der Goethe-Universität ein: ARTEMIS. In diesem wird gefragt, welchen Beitrag künstlerisch-kreative Ansätze leisten können, um das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz zu steigern und die Kommunikation mit ihren Angehörigen zu verbessern. In diesem Projekt arbeitet das Team um Prof. Dr. Johannes Prantel mit dem Städel Museum in Frankfurt zusammen. Demenziell veränderte Menschen besuchen wöchentlich gemeinsam mit einer Angehörigen das Museum und erleben eine einstündige thematische Führung durch eigens geschulte Kunstvermittler, um daraufhin eine Stunde lang selbst künstlerisch tätig zu werden. Auch wenn die Studie noch nicht abgeschlossen ist, so zeigt sie schon jetzt positive Effekte bei allen Beteiligten.

Da Alteneinrichtungen nicht immer die Möglichkeit haben, ein Museum zu besuchen, erarbeiteten Dr. Valentina Tasky-Ibeli und Arthur Schall mit den anwesenden Betreuungskräften Konzepte, wie ein Museumsbesuch in der eigenen Einrichtung stattfinden kann.

"Unterschätze niemals einen Menschen mit Demenz"

Kunst und Musik "öffnen Menschen", da biografische, emotionale und assoziative Zugänge ressourcenorientiert angesprochen und genutzt werden können. Gleichzeitig können Potentiale freigesetzt werden, die man nicht erwartet hätte. Dr. Valentina Tesky-Ibeli fasst dies in dem Satz zusammen: "Unterschätze niemals einen Menschen mit Demenz!"