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Akademie Bautzen

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Schülerin schreibt im Unterricht mit.

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18.07.2018
"Nicht allein im Berufe-Universum" – An der Rothenburger Oberschule vermittelt Praxisberaterin Ilona Cordts zwischen Schülern und Unternehmen

Wer in der Rothenburger Oberschule „Moritz Zimmermann“ die Schulbank drückt, der dürfte sich glücklich schätzen, auf dem Weg in den Beruf tatkräftige Unterstützung zu bekommen. Denn seit 2014 läuft hier in den siebten und achten Klassen das Projekt „Praxisberater an Schulen“ – als Vorstufe zur Berufsberatung, die dann in den neunten und zehnten Klassen den jungen Leuten ganz konkret die Richtung in eine ihnen zusagende Ausbildung weisen soll.

Im Auftrag der in Bautzen ansässigen Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH, die inzwischen elf Schulen in der Region mit Praxisberatern betreut, ist in Rothenburg Ilona Cordts im Einsatz. Sie kennt sich aus im pädagogischen Bereich, war Ausbilderin in der Gastronomie und ist ausgebildete Ökonompädagogin. „Für mich war es schon immer spannend, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Genau dies kann ich jetzt bei dem von der Agentur für Arbeit, dem Sächsischen Kultusministerium und dem Europäischen Sozialfonds geförderten Projekt tun.“ Ziel sei es, die Berufsorientierung der Kinder zu unterstützen und damit auch Lehrern und Eltern bei ihren Bemühungen unter die Arme zu greifen.

Allerdings basiert das Projekt auf Freiwilligkeit. Die Eltern entscheiden, ob ihre Kinder in der siebten und achten Klasse davon profitieren sollen. In Rothenburg hat nicht nur Schulleiter Gerold Schulz die Vorteile des Angebots erkannt und die Schaffung der Stelle von Anfang an gefördert. Auch viele Eltern sind offenbar überzeugt, dass eine Praxisberaterin wie Ilona Cordts ihrem Nachwuchs beim Finden der passenden Ausbildungsrichtung nützlich sein kann. Seit März 2014, dem Beginn des Projekts, haben sich von 224 möglichen Teilnehmern in Klasse sieben immerhin 189 dafür entschieden. 169 haben bis zum Ende durchgezogen.

Profil mit Stärken für jedes Kind

Wir Praxisberater wollen die Stärken der Kinder herausfinden und sie individuell fördern“, sagt die engagierte Frau. Dazu wird ganz zu Beginn eine Potenzialanalyse jedes Schülers erstellt. Sechs vorwiegend praktische Aufgaben sind einzeln und als Gruppe zu lösen und hinterher selbst auszuwerten. Für jedes Kind ergibt sich daraus ein Profil, aus dem es seine individuellen Stärken ablesen kann. In einem ersten Gespräch wird der Entwicklungsplan besprochen. „Wir gehen ganz offen mit diesen Dingen um. Die Eltern sind oft positiv überrascht und die Kinder stolz auf das Geleistete“, erzählt Ilona Cordts.

Im Folgenden wird ein Berufecheck durchgeführt, bei dem – wie auch in dem jährlich neu erscheinenden Heft „Berufe aktuell“ – die Schüler anhand des von der Arbeitsagentur betriebenen Computerangebots „Berufe-Universum“ verschiedene Berufsfelder näher beleuchtet werden. Zudem hat Ilona Cordts inzwischen einen Pool mit rund 130 Unternehmen aus dem Raum Niesky, Rothenburg, Görlitz zusammengestellt, bei denen regelmäßig „Betriebserkundungen“ durchgeführt werden, in den vergangenen vier Jahren bisher 29 mit 321 Teilnehmern.

Die Bereitschaft, vor allem bei Rothenburger Firmen, sei sehr groß. „Natürlich sind sie an qualifiziertem Nachwuchs interessiert. Und daran, dass die Rothenburger Jugend auch in Zukunft im Ort bleibt“, nennt die Praxisberaterin zwei entscheidende Gründe. Allein im Schuljahr 2017/18 hätten sich daraus 35 Schnupperpraktika ergeben. „Das sind drei bis fünf Tage in den Ferien, an denen die Kinder herausfinden sollen, ob Traum und Wirklichkeit übereinstimmen. Der Idealfall wäre natürlich, dass Firma und Schüler so gut harmonieren und das gegenseitige Interesse derart ausgeprägt ist, dass perspektivisch ein Lehrvertrag zustande kommt.“ Zwischen Rothenburger Unternehmen und Absolventen der hiesigen Oberschule habe es das, seit sie vor vier Jahren angefangen hat, schon mehrfach gegeben, betont Ilona Cordts. Der lange Vorlauf sei auch deshalb so wichtig, weil dann die Zahl der Lehrabbrecher stark zurückgehe.

Am 23. November wird es den nächsten Höhepunkt in Sachen Berufsfindung an der Moritz-Zimmermann-Oberschule geben. Dann stellen sich beim 4. Berufsorientierungstag einheimische Firmen mit einer kleinen Messe im Schulhaus vor. Jedes Unternehmen kommt mit einer praktischen Arbeitsaufgabe, mit der sich die Kinder auseinandersetzen können. „Ich denke, all diese Dinge tragen dazu bei, dass sich die Schüler bei der Berufsorientierung bei uns gut aufgehoben fühlen“, freut sich die Praxisberaterin. Bei einer schulinternen Erhebung gaben immerhin 70 Prozent an, sie hätten in der siebten und achten Klasse ihre Berufswahlentscheidung gefestigt.

Quelle: Sächsische Zeitung, Bericht von Frank-Uwe Michel (mit freundlicher Genehmigung zum Abdruck)

Kontakt:

FAW gGmbH – Akademie Bautzen
Henning Mechelk, Mitarbeiter im psychologischen Dienst / Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mail: henning.mechelk@faw.de