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Erfolgsgeschichte Reha-Management

Uwe Haller bei einem Botendienst im HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen.

Uwe Haller bei einem Botendienst im HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen.

U.a. beliefert Herr Haller die Krankenstation mit Akten.

U.a. beliefert Herr Haller die Krankenstation mit Akten.

Uwe Quitzow, Haike Schröpfer (Reha-Koordinatorin Sachsen-Thüringen), Uwe Haller, Ingrid Ficker (Beauftragte für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit der FAW Plauen) und Claudia Schlenther.

Uwe Quitzow, Haike Schröpfer (Reha-Koordinatorin Sachsen-Thüringen), Uwe Haller, Ingrid Ficker (Beauftragte für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit der FAW Plauen) und Claudia Schlenther.

Herr Haller wird wieder gebraucht

Reha-Management in der Praxis

Nach 37 Jahren im Arbeitsleben hatte Uwe Haller 2012 seinen Beruf als Maler wegen einer chronischen allergischen Hauterkrankung aufgeben müssen. 54 Jahre alt, in der strukturschwachen Region des Vogtlandes: keine guten Aussichten für den beruflichen Neubeginn. Doch dank Durchhaltevermögen,  aufgeschlossenem Arbeitgeber und Begleitung durch das Reha-Management der FAW im Auftrag der Unfallkasse Sachsen hat Uwe Haller eine passende und erfüllende Arbeit gefunden; und das HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen einen wertvollen Mitarbeiter.

Einen Termin mit Uwe Haller zu bekommen, ist nicht einfach. Und während des Gesprächs in der Kantine seines neuen Arbeitgebers, dem Plauener HELIOS Klinikum, klingelt nach wenigen Minuten sein Diensthandy. Herr Haller wird gebraucht. Laborwerte müssen abgeholt, Krankenakten geliefert werden. Und bald warten die Patienten auf ihr Mittagessen, das er als Mitarbeiter im Hol- und Bringedienst ausfährt. Doch die Hektik bringt Uwe Haller nicht aus der Ruhe. Er wirkt gelassen. Als habe er hier seinen  Platz gefunden. 

"Noch vor eineinhalb Jahren war das ganz anders", erinnert sich Claudia Schlenther, Reha-Fachkraft der FAW, die Uwe Haller im Rahmen des individuellen Reha-Managements der FAW ein knappes Jahr auf dem Weg seiner beruflichen Rehabilitation begleitet hat. Allergien u.a. gegen Dispersionsfarbe und Kleister hatten ihn 2012 dazu gezwungen, seinen alten Beruf aufzugeben. Die zermürbende Hauterkrankung und der Verlust der Arbeit beeinträchtigten Uwe Haller zunehmend auch psychisch. Insgesamt keine gute Ausgangslage für den beruflichen Wiedereinstieg. 

Im Oktober 2013 beauftragte die Unfallkasse Sachsen die Akademie Plauen der FAW mit dem Reha-Management für Uwe Haller. In drei Phasen werden die Rehabilitanden Schritt für Schritt auf einen neuen Job vorbereitet. Fähigkeiten und Kenntnisse der Rehabilitanden werden ausgelotet, Defizite identifiziert und wenn sinnvoll mit Qualifizierungen beseitigt. 

In der ersten Phase des Reha-Managements stehen neben der individuellen Betreuung durch Krisenintervention, Training der sozialen Kompetenzen und Unterstützung bei den Bewerbungsaktivitäten das Erproben in unterschiedlichen Unternehmen im Vordergrund, tageweise oder bis zu einer Woche.

"Bei positiver Resonanz gehen wir in die Phase II des Reha-Managements, wobei die betrieblichen Austestungen von 4- bis 6 Wochen im Mittelpunkt stehen", so Claudia Schlenther.

Von der Autopflege über die Abfallentsorgung bis hin zu Einrichtungen für Menschen mit Behinderung bzw. Senioren reichten die Branchen, in denen sich Uwe Haller ausprobieren konnte.

"Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv, aber eine Möglichkeit auf eine Einstellung ergab sich noch nicht", fasst Claudia Schlenther zusammen. Zudem durchkreuzten immer wieder Allergien auf bestimmte Arbeitsstoffe die Chance auf einen Wiedereinstieg. "Wie in der Achterbahn", erinnert sich Uwe Haller an diese Zeit zurück.

Im Sommer dann die Wende. Uwe Haller konnte eine freie Stelle im HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen akquirieren. "Darauf haben wir uns beworben", so Claudia Schlenther strahlend. Dass mit dem Bewerbungsschreiben auch die begleitende Reha-Fachkraft dem Unternehmen ihre Rolle erklärt, das schafft Vertrauen, ermuntert vielleicht den einen oder anderen, den Rehabilitanden doch in den engeren Bewerberkreis aufzunehmen.

Von Mitte August bis Ende September konnten Uwe Haller und sein potentieller neuer Arbeitgeber testen, ob sie zueinander passen. Und das Feedback in der Klinik war gut. Sein Vorgesetzter Uwe Quitzow beurteilte ihn als zuverlässig und umsichtig. Schnell habe er sich eingearbeitet, sei zudem offen für Schicht- und Wochenend-Dienst, was "heute keine Selbstverständlichkeit mehr" sei. 

In der dritten Phase des Reha-Managements unterstützte Claudia Schlenther Uwe Haller noch stundenweise auch direkt am Arbeitsplatz, um die Einarbeitung zu konsolidieren.  Dies gestaltete sich für beide Seiten so positiv, dass er nach dem Ende des Reha-Managements im Plauener HELIOS Klinikum weiter beschäftigt und inzwischen in ein reguläres Arbeitsverhältnis übernommen werden konnte.

Wie er sich seine berufliche Zukunft vorstelle, will ich Uwe Haller noch fragen. Doch dann klingelt schon wieder sein Dienst-Handy. Herr Haller wird wieder gebraucht. 

Fotos: © fotografie andreas riedel