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Berufsvorbereitende Maßnahmen – Orientierung für junge Erwachsene

Mit Hilfe der FAW hat Martin Grautstück eine Ausbildung gefunden, die seinen Interessen sowie Stärken entspricht und ihm Spaß macht.

Mit Hilfe der FAW hat Martin Grautstück eine Ausbildung gefunden, die seinen Interessen sowie Stärken entspricht und ihm Spaß macht.

Als Azubi in der IT der Interpane Glasgesellschaft hat Martin Grautstück vielfältige Aufgaben.

Als Azubi in der IT der Interpane Glasgesellschaft hat Martin Grautstück vielfältige Aufgaben.

Dipl.-Sozialpädagogin Helga Dicke (FAW) betreut seit 2009 junge Erwachsene im Rahmen der Bildungsangebote.

Dipl.-Sozialpädagogin Helga Dicke (FAW) betreut seit 2009 junge Erwachsene im Rahmen der Bildungsangebote.

Manuela Lehmann, Bildungsbegleitung und Studium der Soziologie, hat Martin Grautstück ein Jahr lang bei der FAW begleitet.

Manuela Lehmann, Bildungsbegleitung und Studium der Soziologie, hat Martin Grautstück ein Jahr lang bei der FAW begleitet.

Das Angebot der FAW unterstützt Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren dabei, den passenden Beruf zu finden.

Das Angebot der FAW unterstützt Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren dabei, den passenden Beruf zu finden.

Martin Grautstück zusammen mit seinen ehemaligen Betreuerinnen und IT-Ausbilder Joshua Heisler (re.).

Martin Grautstück zusammen mit seinen ehemaligen Betreuerinnen und IT-Ausbilder Joshua Heisler (re.).

In der IT gilt es jeden Tag unterschiedliche Probleme zu lösen.

In der IT gilt es jeden Tag unterschiedliche Probleme zu lösen.

Wie zahlreiche Jugendliche stand Martin Grautstück nach dem Fachabitur vor der Herausforderung, sich für einen Beruf zu entscheiden. Doch was tun, wenn nicht klar ist, in welche Richtung es gehen soll? Eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) der FAW half dem heute 22-Jährigen dabei, seine eigenen Stärken und Interessen besser kennenzulernen. Dank des Angebotes fand der Warburger eine Ausbildung zum Informatikkaufmann.

Martin Grautstück spontan im Büro zu besuchen, ist keine gute Idee. Selten trifft man ihn hier an. Am ehesten erwischt man ihn direkt morgens – wenn er um 7:30 Uhr seinen Arbeitstag beginnt. Sobald der Computer hochgefahren ist, öffnet der 22-Jährige aus Warburg das interne Ticketsystem. Hier werden alle Support-Anfragen von Kollegen erfasst. Martin Grautstück arbeitet in der IT, er ist Auszubildender zum Informatikkaufmann bei der Interpane Glasgesellschaft in Lauenförde. Das Unternehmen gehört zur Interpane Glas Industrie AG mit Hauptsitz im gleichen Ort und weiteren Produktionsstätten in Deutschland, Österreich und Frankreich. Es produziert Fassadenglas für internationale Bauwerke, unter anderem für die Elbphilharmonie in Hamburg oder für das One World Trade Center in New York.

Heute stehen ein Besuch im Serverraum sowie diverse Software-Aktualisierungen an den Computern seiner Kollegen an. Dass er einmal in der IT arbeiten würde, hat sich Martin Grautstück 2014 nicht ausmalen können. Der Warburger hatte damals gerade seine Fachoberschulreife in Wirtschaft und Verwaltung in der Tasche und zunächst eine Ausbildung im Mittleren Dienst begonnen. Doch dann kam alles anders.

„Wo soll es hingehen?“ – vor dieser Frage stehen viele Jugendliche

Nach ein paar Monaten habe ich die Ausbildung abgebrochen. Ich wusste einfach, dass ich das nicht für immer machen will. Aber mir war auch nicht so richtig klar, was ich stattdessen tun möchte“, erinnert sich der junge Erwachsene an die Zeit. So wie Martin Grautstück geht es vielen Jugendlichen: den Schulabschluss in der Tasche, und was dann? Dem 22-Jährigen gab die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW), vermittelt durch die Arbeitsagentur in Warburg, den nötigen Anstoß.

Die Bildungsmaßnahme der FAW ist eine Orientierungshilfe“, erklärt Helga Dicke, Diplom-Sozialpädagogin und eine ehemalige Betreuerin von Martin Grautstück. „Das Ziel ist ganz klar: ein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz“, so Dicke. Die Maßnahme wurde in Warburg 2006 ins Leben gerufen und richtet sich an junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren. 30 bis 35 Jugendliche nehmen in Warburg jedes Jahr an dem Angebot teil, das eine Mischung aus Schule und Berufsorientierung darstellt.

Nach einer Eingangsanalyse der Stärken und Schwächen können sich die Teilnehmenden in drei Bereichen ausprobieren: in den Berufsfeldern Bau/Konstruktion, Kosmetik/Körperpflege, und Metall/Maschinenbau. Nach vier Wochen wissen die meisten, in welche Richtung es gehen soll. Danach heißt es vor allem: beraten, motivieren, das Selbstvertrauen stärken. „Wir unterstützen die Jugendlichen beim Bewerbungsgespräch vor Ort oder auch in privaten Angelegenheiten. Wir begleiten sie quasi in allen Lebenslagen“, sagt Manuela Lehmann, die Martin Grautstück ein Jahr begleitet hat.

Grautstück hat schnell rausgefunden, was ihm nicht gefällt. „Auch das ist wichtig: Die eigenen Stärken und Interessen zu kennen!“ In den IT-Bereich sollte es für den 22-Jährigen gehen. Mit Unterstützung der FAW bewarb er sich kontinuierlich bei den Unternehmen im Umkreis für eine Ausbildung. Auch bei Interpane – irgendwann kam dann die Einladung: „Auf in die nächste Runde.“

Vielfältige Aufgaben mit Perspektive

Besonders gefällt ihm die Vielfalt in der IT: Jeden Tag hat er mit unterschiedlichen Menschen und Abteilungen zu tun. In der Regel entscheidet sich erst am Morgen, was der Tag bringt. Das kann ein nicht-installiertes Programm sein oder Server-Probleme – dann muss der Azubi gemeinsam mit seinem Ausbilder schon einmal quer über das Gelände, denn der Server-Raum ist nicht im gleichen Gebäude. „In der IT gibt es jede Menge Bereiche und Fragestellungen. In der Ausbildung lernt Martin, wie er diese erfasst und Lösungen dafür findet“, erklärt Ausbilder Joshua Heisler. Martin Grautstück macht das Spaß.

Zehn Kollegen und drei Azubis arbeiten aktuell in der IT am Standort in Lauenförde. Motivation und ein langfristiges Arbeitsverhältnis sind für das Unternehmen wichtig. Gerade im gewerblichen Bereich herscht Fachkräftemangel im Osten Nordrhein-Westfalens. Das sind gute Bedingungen für junge Erwachsene, die mit Unterstützung der FAW in den Beruf kommen möchten.

Fotos: Falco Peters