zur Haupt-Navigation zum Inhalt zur Sitemap zur Seitenleiste

Pressemitteilung - Kamen 30.10.2013

Kamen 30.10.2013  

"Meilenstein für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen in NRW"

TagesTrainingsZentrum (TTZ) der FAW gGmbH schließt Lücke zwischen medizinischer Reha und Arbeitsmarkt

Kamen – Eine Spezialeinrichtung für Menschen, die nach Unfall oder Krankheit unter Einschränkungen ihrer Gehirnfunktionen leiden, wurde in der Kamener Henry-Everling-Straße eröffnet. Im TagesTrainingsZentrum (TTZ) werden Betroffene auf den erfolgreichen Wiedereinstieg ins Berufsleben vorbereitet. Drei Klienten haben das Training dort bereits aufgenommen. Jährlich sind deutschlandweit 250.000 Menschen von einer Hirnschädigung betroffen.

Mit einer speziell auf die Belange Hirngeschädigter abgestimmten beruflichen Rehabilitation schließt die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) damit auch in NRW die Lücke zwischen der medizinischen Rehabilitation und dem Arbeitsmarkt. Der annähernd bundesweit aktive Dienstleister für die berufliche Rehabilitation baut mit der Eröffnung des TTZ Kamen sein Engagement für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen auch in NRW aus. Bereits seit 2008 betreibt er erfolgreich ein TTZ im sächsischen Oschatz, seit 2009 mehrere bundesweite Kompetenzzentren für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen.

TTZ-Angebote schließen Lücke

„Wir reagieren damit auf wachsende Bedarfe auch in der Region, und knüpfen an unsere langjährigen Erfahrungen in der beruflichen Reha auch für diese spezielle Zielgruppe an“, so die TTZ-Leiterin Monika Versmann. Die FAW reagiere mit dem neuen TTZ auf den dringenden Bedarf an Trainings- und Stabilisierungsangeboten an der Schwelle zwischen medizinischer Reha und dem Arbeitsmarkt, betonte Versmann in ihrer Begrüßungsrede vor fast 100 Gästen. Nun gebe es auch in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, Rehabilitanden über längerfristige Trainings eine berufliche Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen oder den Weg für eine optimale soziale Integration zu ebnen. In beiden Fällen für die Betroffenen ein großer Gewinn an Lebensqualität und Lebenszufriedenheit. Die Diplompsychologin, die seit 13 Jahren für die FAW arbeitet, sieht darin einen „Meilenstein für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen in NRW“.

Dies unterstrich auch Valerie Turbot, Regionalbereichsleiterin der FAW für Nordrhein-Westfalen und Mitglied der Geschäftsleitung,  in Ihrem Grußwort. Sie wies darauf hin, dass die Aktivitäten der FAW darauf zielen, das Selbsthilfepotential der Betroffenen zu aktivieren, damit diese ein Maximum an Autonomie zurückerlangen.

Die Perspektive der Betroffenen stand auch im Mittelpunkt des dokumentarischen Films „Zurück ins Leben“, der zeigt, wie eine Hirnschädigung Biographien abrupt umschreibt, aber auch wie der Weg zurück ins Arbeitsleben gelingen kann. Gedreht wurde der Film im TTZ Oschatz der FAW.

Praxisnahe Integration

Im Rahmen der Eröffnungsfeier hatten die Gäste die Möglichkeit, die 850 Quadratmeter große Einrichtung zu besichtigen, die differenzierte Trainingsbereiche für unterschiedliche Berufsfelder von der Holz- oder Metallverarbeitung bis hin zu Bereichen für hauswirtschaftliche oder büropraktische Tätigkeiten besitzt. An verschiedenen Themenständen konnten die Gäste Einblicke in die Arbeit mit den Klienten erhalten.

Die vom Fachbereichsleiter Rehabilitation der FAW, Björn Hagen, moderierte Eröffnung fand im Rahmen der Fachgespräche zur beruflichen Rehabilitation der FAW statt, die Akteuren der beruflichen Reha seit über 10 Jahren die Möglichkeit zur Weiterbildung und zum Austausch bieten. Zahlreiche Vertreter von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, der Agentur für Arbeit, der Jobcenter, der Deutschen Rentenversicherung sowie Vertreter z.B. von Verbänden, aus Beratungsinstitutionen und Kliniken nahmen das Angebot an.

Im Mittelpunkt stand die „Unterstützte Beschäftigung“ (UB), ein besonders unternehmensnahes Instrument, um Menschen mit Behinderung beruflich zu integrieren. Reha-Koordinatorin Xenia Rechner informierte in ihrem Vortrag über die Unterstützte Beschäftigung und Job-Coach Michael Sicks (FAW Dortmund) gab anschauliche Einblicke in die Praxis.

Um die soziale und berufliche Teilhabe für Menschen, die an einer zentralen Sprachstörung (Aphasie) leiden, insbesondere hinsichtlich Berufsberatung und -vermittlung intensiver zu unterstützen, unterzeichneten am Rande der Veranstaltung die Fortbildungsakademie der Wirtschaft, der Landesverband Aphasie Rheinland-Pfalz e.V. sowie das Aphasiker-Zentrum NRW e.V. eine Kooperationsvereinbarung. 

 Gruppenbild bei der Eröffnung des TTZ Kamen.

Die Leiterin des neuen TTZ Kamen der FAW, Monika Versmann (3.v.re.), mit (v. li.) Job-Coach Michael Sicks (FAW Dortmund), Xenia Rechner (Reha-Koordinatorin), Richard Nürnberger (Vorsitzender der Geschäftsführung), Valerie Turbot (Regionalbereichsleiterin NRW) und Björn Hagen (Fachbereichsleiter Reha). Foto: Michael Rabenstein/FAW